PROJEKT

RE-MAKING HÜGEL

Austrianus Imperialis
Bild:Austrianus Imperialis

SCHULE:
Bundesgymnasium Fichtnergasse, Wien
1130 Wien, Fichtnergasse 15
www.fichtnergasse.at

KULTURPARTNER:
Bezirksmuseum Hietzing
1130 Wien, Am Platz 2
www.bezirksmuseum.at

TEILNEHMERINNEN/TEILNEHMER:
Alter: 16–19 Jahre
Anzahl: 9

KURZBESCHREIBUNG:

Rassistische Hierarchien und wissenschaftliche Forschung sind seit dem späten achtzehnten Jahrhundert in Form von Reiseliteratur eng miteinander verbunden. Die Reiseberichte des Botanikers, Kartographen, selbsternannten Ethnographen und Sammlers Karl Alexander Freiherr von Hügel sind als österreichischer Teil des Diskurses zur Vermessung, Ordnung und somit Aneignung der Welt zu sehen. Diese Projekte dienten vordergründig dem reinen Zweck der Wissenschaft, dahinter versteckten sich nicht allzu selten Narrationen zur Produktion von Unterlegenheit kolonisierter Menschen.

Ebenso dienten diese Projekte zum Beginn der Moderne dem Aufstieg des Bürgertums und zur Herstellung der eigenen europäischen, weißen, gebildeten Identität. Reiseberichte waren in der Vermittlung kolonialer Ideologien ebenso wichtig, wie in Bezug auf die innereuropäischen Klassenfigurationen. Die gebildete, "entwickelte" und "kultivierte" bürgerliche Klasse der Metropolen grenzte sich gegenüber der kommenden Industriearbeiterschaft, der Selbstständigen und Unselbstständigen im Kleingewerbe oder der ländlichen Bevölkerung klar ab.

"Re-Making Hügel" ist ein Projekt, in dem die Schülerinnen und Schüler durch künstlerische Untersuchungen in einen kreativen Dialog mit dem imperialen Blick und seinen Machtverhältnissen treten. Die SchülerInnen sensibilisieren sich durch eine angeleitete Reflexion für rassistische Strukturen in der eigenen Gesellschaft. Durch Rollenspiele wird der Bezug zum Eigenen hergestellt. Sie verkörpern die zuvor diskutierten Machtverhältnisse und stellen so eine konkrete und körperliche Beziehung zum Abstrakten her. 

Die gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen werden als Grundlage der Kunstproduktion verwendet. Die SchülerInnen gehen auf bestehende Machtverhältnisse ein, die z.B. in Form von Erzählungen oder stereotypischen Bildproduktionen des "anderen" medial (re)produziert werden. Während des Workshops werden verschiedene digitale Formate als mögliche künstlerische Produktionsform vorgestellt. Im besten Falle entstehen mehrere kurze Videos oder ein längerer gemeinsamer "Dokumentationsfilm". Geplant ist eine Ausstellung der Ergebnisse im Bezirksmuseum Hietzing.

VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DES PROJEKTS:

  1. 24.05.2018: Re-Making Hügel - Auf den Spuren kolonialer Imaginationen (Bezirksmuseum Hietzing, 18:00–20:00)