PROJEKT

MORE THAN A SELFIE

SCHULE:
Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie und Informatik Spengergasse, Wien
1050 Wien, Spengergasse 20
www.spengergasse.at

KULTURPARTNER:
Kunst Haus Wien
1030 Wien, Untere Weißgerberstraße 13
www.kunsthauswien.com

TEILNEHMERINNEN/TEILNEHMER:
Alter: 17–17 Jahre
Anzahl: 27

KURZBESCHREIBUNG:

Laut Google Statistics werden täglich 93 Millionen Selfies gemacht – eine Flut an inszenierten Selbstporträts, die ins Netz gestellt werden und unser Bedürfnis ausdrücken, uns als Individuen in der Öffentlichkeit repräsentiert zu sehen. Jedoch werden dadurch auch der Körper und das Gesicht immer mehr typisiert: Wir greifen zurück auf standardisierte Grimassen, Gesten und Posen, auf ein definiertes Bildrepertoire, dessen Autorität unser Selbstbildnis vordefiniert. Welche Codes gelten in der Selfie-Sphäre? Welches kulturelle Ideal verbreiten wir mit Porträts und wie werden typische Gender-Darstellungen in Selfies weiter performt?

In diesem Workshop arbeiten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einer Kunstvermittlerin und einer Künstlerin. Sie reflektieren die Konstruktion der eigenen Genderidentität im Kontext der Selfie-Kultur und betrachten die typischen Ausdrücke der Weiblichkeit/Männlichkeit auf einer fotografischen Ebene. Des Weiteren lernen sie verschiedene Aspekte und Begriffe der Bildanalyse kennen und beschäftigen sich in der Ausstellung des amerikanischen Fotokünstlers Alec Soth genauer mit dem Porträt in der Fotografie.

Anhand persönlicher und praktischer Erfahrungen, die sie im Rahmen des Workshops machen, können die Schüler/innen erkennen, welche kulturellen Zusammenhänge und Stereotypen bei der Selbstdarstellung aktiv ins Spiel kommen. Während der praktischen Aktivitäten sind die Jugendlichen aufgefordert, sich von diesen Konventionen zu befreien, wenn sie ihr Selbstporträt als digitale Handy-, Polaroid- und Mittelformatkamerafotografie inszenieren und realisieren.

Beim Besuch des Ateliers der Künstlerin beschäftigen sie sich mit dem künstlerischen Produktionsprozess von Bildern: Im Studio erfahren die Jugendlichen, wie analoge Bilder entstehen, und bedienen eine Mittelformatkamera, mit der sie ein analoges Selbstporträt konzipieren und verwirklichen.

Die Vielfalt der Techniken, die im Workshop angewandt werden, gewährleistet einerseits einen spielerischen Zugang zum Thema und ermöglicht andererseits eine kritische Auseinandersetzung mit analoger und digitaler Fotografie.